In den letzten Monaten war die Firma Huawei eher mit schlechten Schlagzeilen in den Medien vertreten. Das lag vor allem am Handelsstreit zwischen den Vereinigten Staaten und China. Dieser führte dazu, dass Huawei nicht mehr mit Google zusammenarbeiten durfte.

Martina Gloor

Wegen der Sanktionen der US-Regierung dürfen US-Unternehmen nur dann mit Huawei zusammenarbeiten, wenn sie eine explizite Genehmigung erhalten. Diese hat Google nicht bekommen. Deshalb konnten die beiden Firmen kein neues Betriebssystem für die kommenden Smartphones des chinesischen Herstellers entwickeln. Auch für die alten Modelle wurde die Zusammenarbeit nach einer Schonfrist gestoppt.

Huawei und die Schweiz - Eine besondere Freundschaft
Als die USA und China ihren Handelskrieg immer offener austrugen, litt vor allem der chinesische Hersteller von Smartphones darunter. Denn es musste in Zukunft auf die Zusammenarbeit mit Google verzichten und viele Anwendungen selbst entwickeln, da nicht länger die von Google verfügbar waren. In zahlreichen Ländern sorgte das für geringere Verkaufszahlen. In der Schweiz war das aber nicht der Fall. Denn die Schweizer liessen sich nicht von den Schlagzeilen beeindrucken und kauften auch weiterhin die Smartphones der Chinesen.

Eine besonders enge Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und Huawei gibt es übrigens bei der Telekominfrastruktur. Hier ist Huawei ein wichtiger Anbieter, der gute Technik zu einem hervorragenden Preis anbietet. So setzt der Mobilfunkkonzern Sunrise auf die Produkte von Huawei, um sein 5G-Netz auszubauen. Das chinesische Unternehmen hat also einen erheblichen Anteil daran, dass die Schweizer in Zukunft noch schneller in einem noch besseren Netz surfen können.

Wer aber nicht das Neueste vom Neuesten braucht, findet bei idealo.de eine Übersicht über die günstigsten Vorgängermodelle. Dank der Übersicht über alle Online Shops, die die entsprechenden Geräte aktuell verkaufen, kann der beste Preis mit Leichtigkeit gefunden werden.

Der Mobilfunkanbieter Swisscom arbeitet ebenfalls mit Huawei zusammen. Allerdings betrifft dies nicht den Ausbau des 5G-Netzes, sondern nur die bestehenden Netze.

In anderen Ländern wurde viel über die Rolle von Huawei beim Netzausbau diskutiert. In der Schweiz war das aber glücklicherweise kein besonders grosses Thema. Die Mobilfunkanbieter können also weiterhin die Technik der Chinesen einsetzen, um ein schnelles und zuverlässiges mobiles Netz zu schaffen.

Doch glücklicherweise sind es nicht nur negative Schlagzeilen, die über Huawei geschrieben werden. Schon im Frühjahr berichtete der tagesanzeiger.ch darüber, dass Huawei in der Schweiz ein neues Forschungszentrum errichten möchte.

Das Huawei Forschungszentrum in der Schweiz
Es ist nicht ganz klar, was genau Huawei dazu bewogen hat, die Schweiz als Standort für sein Forschungszentrum zu wählen. Man kann aber davon ausgehen, dass dies an verschiedenen Faktoren liegt. Sicher hat es eine grosse Rolle gespielt, dass die Schweiz Huawei noch immer mit offenen Armen empfängt, während andere Länder im Zuge der Auseinandersetzung mit den USA ihre Haltung geändert haben. Für die Schweiz dürfte das Forschungszentrum von Huawei viele Vorteile bieten. Aktuell geht man von rund 1000 Stellen aus, die neu geschaffen werden. Es wird also ein weiterer Standort entstehen, der Fachkräfte umwirbt und die Schweiz für Unternehmen attraktiv macht.

Die genaue Höhe der Investition ist noch nicht bekannt. Es wird lediglich übereinstimmend berichtet, dass Huawei sich diesen Schritt viele Millionen Franken kosten lassen will.

Zwar ist die Schweiz nicht der einzige Standort, in den Huawei investieren will. Auch in Paris, London und Mailand möchte Huawei forschen.
Allerdings war es kein Zufall, dass die Schweiz als Standort für das technische Forschungszentrum gewählt wurde. Die zahlreichen Hochschulen sorgen dafür, dass viele gut ausgebildete Fachkräfte zur Verfügung stehen. Darüber hinaus verspricht man sich von der Schweiz einen neutralen Standort, an dem man die Einflüsse des Handelskriegs nur wenig spürt. Genaue Standorte stehen noch nicht fest. Es ist aber im Gespräch, das zur Verfügung stehende Geld in zwei verschiedene Standorte zu investieren. So verspricht man sich noch mehr Flexibilität.

Die aktuelle Modellpalette von Huawei in der Schweiz
Dieser Artikel wird vermutlich vielen Lesern gezeigt haben, dass Huawei noch deutlich mehr tut, als nur Smartphones herzustellen. Trotzdem dürfte das für die meisten Privatkunden auch in Zukunft der wichtigste Geschäftsbereich des chinesischen Unternehmens sein. Zwar hat die aktuelle Modellpalette des Unternehmens ein wenig unter der Auseinandersetzung mit den USA gelitten. Trotzdem stehen den Schweizern noch immer zahlreiche Geräte aus dem Hause Huawei zur Verfügung. Sie müssen lediglich damit klar kommen, dass sie nicht länger die originalen Google Play-Dienste nutzen können. Für die Mehrheit der Nutzer ist das aber unproblematisch.

Deshalb werden auch die neuen Modelle von Huawei, das Mate 30 und das Mate 30 Pro, in der Schweiz schon erwartet. Viele Nutzer von Huawei warten auf ein neues Topmodell, mit dem sie ihr altes Smartphone ersetzen können. Bei den Nachbarn in Deutschland ist immer noch unklar, ob und wann die beiden Flaggschiffe von Huawei endlich in den Handel kommen. Doch den Schweizern hat das Unternehmen versprochen, dass sie beide Geräte noch in diesem Jahr kaufen können.

Das dürfte sich auch positiv auf den Preis der anderen Smartphones von Huawei auswirken. Denn ein neues Modell sorgt regelmässig dafür, dass die Preise für die älteren Geräte sinken. Wer sowieso schon länger sein Smartphone durch ein neues ersetzen wollte, bekommt durch den Release der neuen Huawei Modelle also die Chance dazu.

 

Foto: Screenshot von huawei.com

Kommentare

Avatar
Sicherheitscode