Der nächste Schritt auf der Karriereleiter will gut geplant sein. Denn was nützen mehr Lohn und interessante Aufgaben nach einem Jobwechsel, wenn es einem in der neuen Firma nicht gefällt? Hier erfahren Jobsuchende, wie sie die Spreu vom Weizen auf dem Arbeitsmarkt optimal trennen.

Martina Gloor

Das Netz liefert einen ersten Überblick über das Image eines Unternehmens, seinen wirtschaftlichen Stand und sein soziales Engagement. Wer die ganze Bandbreite an Informationen recherchiert und aufmerksam liest, gewinnt schnell einen authentischen Eindruck.

Ist das Unternehmen finanziell gut aufgestellt? Handelt es nachhaltig oder nur gewinnorientiert? Macht es mit sozialem Engagement auf sich aufmerksam? Wer sich bei der Internetrecherche solche Fragen stellt und sie beantwortet bekommt, erhält von potenziellen Arbeitgebern ein erstes Bild. Wichtig ist dabei natürlich, dass nicht nur unternehmenseigene Quellen zu Rate gezogen werden, sondern auch externe.

Besonders interessant sind in diesem Zusammenhang Bewertungsportale wie kununu.com oder glasdoor.ch. Hier geben Beschäftigte Auskunft über Betriebsklima, Vorgesetztenverhalten und den Arbeitsalltag. Allerdings sollten potenzielle Bewerber bei den Bewertungen immer im Hinterkopf behalten, dass diese subjektiv sind.

Spannend ist, wie Arbeitgeber mit Kritik auf den Portalen umgehen. Geht das betreffende Unternehmen offen und souverän mit negativen Einträgen um, ignoriert es sie oder reagiert es sogar aggressiv? Auch solche Reaktionen tragen zum Gesamtbild bei.

Auftritte in sozialen Netzwerken beobachten

Internetauftritte von Unternehmen bei Facebook und Co. liefern ein authentisches Bild der Firmenkommunikation, da sie hier weitgehend in Echtzeit erfolgt. Werden nur PR-Meldungen über Geschäftserfolge oder neue Produkte veröffentlicht oder gibt es einen echten Dialog mit Kritikern und Kunden? Spiegelt sich im Online-Dialog die Unternehmensphilosophie glaubwürdig wider? Gibt es schnelle und hilfreiche Antworten, zum Beispiel bei Problemen mit Produkten der Firma? Die Online-Präsenz verrät oft zwischen den Zeilen, wie eine Firma in Wirklichkeit «tickt».     

Die Benefits des Unternehmens checken

In Zeiten des Fachkräftemangels müssen Unternehmen potenziellen Mitarbeitern mehr bieten als ein attraktives Salär. Deshalb setzen viele auf attraktive Lohnnebenleistungen. Hier lohnt es sich genauer hinzuschauen, denn einige dieser Benefits bieten Mitarbeitenden echte Vorteile – und weisen auf das soziale Engagement des Arbeitgebers hin.

So fördert der Finanzdienstleister Swiss Life Select die private Vorsorge seiner Finanzberater mit Prämienbeiträgen zu Lebensversicherungen. Ausserdem zahlt das Unternehmen bei entsprechender Leistung und Zielerreichung seinen Finanzberatern Boni. Auch beim Thema Work-Life-Balance hat Swiss Life Select einiges zu bieten: Das Arbeiten im Mobile Office gehört ebenso dazu wie flexible Arbeitszeitmodelle für alle Lebensphasen. Zusätzlich ermöglicht es Swiss Life Select seinen Mitarbeitern, eine längere Auszeit in Form eines Sabbaticals zu nehmen.

Ebenso bemerkenswert sind die Benefits der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB). Die BLKB zahlt sowohl bei einer Heirat als auch bei Nachwuchs Zulagen, in letzterem Fall bekommt der Vater des Kindes zehn Tage Vaterschaftsurlaub. Zusätzlich bietet die Kantonalbank ihren Mitarbeitenden eine betriebliche Gesundheitsförderung, Präsente zu Dienstjubiläen und vieles mehr.

Ein anderes Unternehmen mit einem breit gefächerten Angebot an Benefits ist Geberit. Der Hersteller von Sanitärprodukten hält für seine Mitarbeiter interne und externe Weiterbildungsangebote bereit und betreibt einen eigenen Sportclub sowie eine Brasserie mit vergünstigten Angeboten. Ausserdem profitieren Mitarbeitende des Unternehmens von attraktiven Sonderkonditionen bei Einkäufen in diversen Geschäften oder der Inanspruchnahme verschiedener Dienstleistungen.

Fazit: Wer sich umgehend im Netz informiert, die Live-Präsenz in sozialen Medien beobachtet und sich über die Benefits eines Unternehmens eingehend informiert, kommt bei der Auswahl potenzieller Arbeitgeber schnell ein ganzes Stück weiter.  

 

Bild von mohamed Hassan auf Pixabay