Superfoods wie Acai, Gojibeere oder Chia-Samen sind mittlerweile nicht mehr nur Nischenprodukte, die es ausschliesslich im Reformhaus oder im Internet zu kaufen gibt. Sie stehen auch in den normalen Supermärkten im Regal und warten auf ihre Abnehmer, die sich von ihrem Verzehr ein verbessertes Wohlbefinden, schöne Haut, ein starkes Immunsystem und vieles mehr versprechen.

Martina Gloor

Doch sind diese Lebensmittel wirklich so gut? Ist auf ihre Bewertung durch verschiedene Ernährungsexperten so viel Verlass wie auf die Expertenmeinung bei der Bewertung von jackpot.ch Online Casino oder die professionelle Bewertung eines Fahrzeugs durch den TÜV? Da jeder Mensch auf Lebensmittel anders reagiert, lässt sich kein Pauschalurteil darüber fällen, wie gut oder schlecht die Superfoods tatsächlich sind. Dennoch gibt es einige Indikatoren, die Rückschlüsse auf die gesundheitsfördernde Wirkung der Superfoods zulassen. Schliesslich wurden bereits einige Studien zu den Super-Lebensmitteln durchgeführt, mit zum Teil vielversprechenden Ergebnissen.

  1. Acai

Die Acai-Beere ist in der Amazonas-Region heimisch und gilt als toller Nährstofflieferant. Dabei ist es nicht mal der hohe Vitamin C-Gehalt, wie man ihn bei Beeren erwarten würde, sondern die Kalzium-Dichte, die die Beere so besonders macht. Sie hat mehr als doppelt so viel Kalzium wie Milch und ist daher eine tolle Option für Veganer, um genug von dem knochenstärkenden Stoff aufzunehmen. Auch in Sachen Ballaststoffen ist die Acai-Beere herausragend und fördert somit die Darmgesundheit. In Europa ist sie aber in der Regel nur in pürierter und gefrorener Form erhältlich. Ausserdem hat sie einen weiten Weg über den Ozean bis sie in unseren Regalen steht. Das wirkt sich negativ auf die CO2-Bilanz der Frucht aus. Heimische Blaubeeren sind in Sachen Nährstoffbilanz nicht viel schlechter als Acai und sind dabei deutlich umweltfreundlicher, weshalb sie eine gute Alternative zum exotischen Superfood sein können.

  1. Gojibeere

Die Gojibeere kommt aus China und steckt voller Antioxidantien. Sie sind gut für das Immunsystem, stärken das Bindegewebe und schützen die Zellen vor schädlichen Stoffen. Ausserdem enthalten sie jede Menge Eisen und sollen sogar die Stimmung verbessern. Wer jetzt aber denkt, dass es sich bei der Gojibeere um ein absolutes Wundermittel handelt, der sollte vorsichtig sein. Sie wirkt nämlich blutverdünnend, was für Menschen, die blutverdünnende Medikamente nehmen, sogar gefährlich sein kann. Ausserdem kann sie Kreuzallergien auslösen, wenn jemand allergisch gegen Pfirsiche, Nüsse oder Tomaten ist. Auch bei der Gojibeere kommt wieder der Umweltaspekt hinzu – mit ihrer Herkunft aus Fernost ist das Lebensmittel alles andere als klimafreundlich.

  1. Chia-Samen

Jede Menge Eiweiss, wertvolle Omega-3-Fettsäuren und viele Ballaststoffe sind in Chia-Samen enthalten, die aus keiner Smoothie-Bowl mehr wegzudenken sind. Grundsätzlich ist gegen das vermeintliche Superfood auch nichts einzuwenden, auch wenn die wissenschaftlichen Beweise der ultimativen Wirkung auf die Gesundheit noch auf sich warten lassen. Wer eine regionalere, aber nicht weniger nährstoffreiche Samen-Variante sucht, kann es mal mit Leinsamen probieren. Sie sind ähnlich ballaststoffreich und dabei deutlich umweltfreundlicher.

Bild von Michael Gerhardy auf Pixabay

  1. Spirulina

Bei Spirulina handelt es sich eher um ein Nahrungsergänzungsmittel als um ein leckeres Obst oder Gemüse. Aus Spirulina-Algen wird ein Pulver gewonnen, das in den Saft gerührt oder in den Smoothie püriert werden kann. Es wirkt laut Studien gegen Allergien und kann sogar vor Viren schützen – allerdings ist Spirulina kein Ersatz für Medikamente, sondern kann eher zusätzlich genommen werden. Durch das viele Chlorophyll in Spirulina soll die Sauerstoffproduktion im Körper angeregt werden, was leistungsfähiger machen soll. Allerdings steckt auch hier die Studien-Lage noch in den Kinderschuhen und man sollte sich von dem Pulver keine Wunder erhoffen.

  1. Moringa

Mehr Vitamine als Möhren, mehr Kalzium als Milch und mehr Eisen als Spinat. Das alles ist Moringa, das Pulver, das aus dem tropischen Moringa-Baum gewonnen wird. Aufgrund seiner Nährstoffdichte heisst es, dass Moringa in Regionen mit Unterernährung und Hunger viele Probleme lösen könnte. Allerdings ist die einheimische Bevölkerung in den tropischen Regionen nicht ausreichend informiert. Zudem ist die Studienlage bisher noch dünn. In europäischen Gefilden wird Moringa als Pulver verkauft und kann ebenfalls in Smoothies eingerührt werden. Da es leicht nach Meerrettich schmeckt, eignet sich auch die Verwendung in herzhaften Speisen wie zum Beispiel Salatdressings oder Suppen. Auch für dieses vermeintliche Superfood gilt das Gleiche hinsichtlich der Transport- und CO2-Problematik, schliesslich wachsen Moringa-Bäume nicht in europäischen Gefilden.

Fazit

Bei all den positiven Indikatoren, die für die Superfoods sprechen, gibt es eigentlich keinen wirklichen Grund sie zu kaufen. Schliesslich enthalten auch die einheimischen Lebensmittel ausreichend Vitamine, Mineralien und Spurenelemente, um den Tagesbedarf eines jeden Menschen zu decken. Natürlich ist eine bestimmte Nährstoffdichte nicht von der Hand zu weisen und zudem sind zum Beispiel Chia-Samen auch einfach lecker. Dennoch gibt es genügend regionale und vor allem saisonale Alternativen. Diese bereiten zum Teil sogar noch mehr Freude, da sie nicht einfach nur gefrorenes Püree oder Pulver sind, sondern richtige Lebensmittel, in die man mit Appetit hineinbeissen kann.

 

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