Kryptowährungen faszinieren seit 2009 Technikbegeisterte in aller Welt. Die digitalen Gelder gibt es in vielen unterschiedlichen Arten und Formen, wobei sie wie das Original Bitcoin meist auf einer dezentralen Blockchain aufbauen. Nach wie vor ist Bitcoin die Nummer 1 mit der höchsten Marktkapitalisierung unter allen Währungen und besitzt einen Gesamtanteil von über 64 Prozent. Doch wie stabil ist die Kryptowährung wirklich und gibt es Signale zum Kauf oder Verkauf?

Martina Gloor

Wie Bitcoin auf die Corona-Pandemie reagierte

Wenn eine Kryptowährung international den Ton angibt, dann ist es Bitcoin. Das von Satoshi Nakamoto in den Umlauf gebrachte Digitalgeld ist mit einer Marktkapitalisierung von 126,8 Milliarden US-Dollar der Massstab in der Krypto-Welt. Ethereum und Ripple folgen mit 17,7 bzw. 8,2 Milliarden US-Dollar weit abgeschlagen. Bei allem Erfolg: Bitcoin wurde genau wie alle anderen Assets auf dem Finanzmarkt von einer weltumspannenden Krise getroffen. Das Coronavirus liess viele Aktien ins Bodenlose abstürzen und auch die Kryptowährungen hielten dem grossen Druck nicht statt. Der 13. März 2020 geht somit währungsübergreifend als Krisentag in die Geschichte ein. Noch exakt einen Monat zuvor kletterte der Bitcoin erstmals seit September 2019 wieder über 10.000 US-Dollar, um schliesslich auf 4.474,74 US-Dollar abzustürzen.

Nun handelt es sich hierbei jedoch um keine aussergewöhnliche Situation. Seit ihrem Aufkommen sind Kryptowährungen nämlich für ihre ungewohnt hohe Volatilität im Vergleich zu den meisten herkömmlichen Anlegeoptionen bekannt. Und dennoch: Ein Minus um fast 3.500 US-Dollar und damit rund 43,5 Prozent Werteinbussen sind selbst für Bitcoin ein beachtliches Ereignis. Drei Tage später wurde der Wert mit 4,618,08 US-Dollar sogar unterboten, ehe sich der Bitcoin erholte. Für Händler ist es positiv, dass Kryptowährungen meist anders reagieren als es von Aktien erwartet wird. Die Volatilität der virtuellen Münzen bietet einen grossen Anreiz, auf den Anstieg oder das Fallen der Preise zu spekulieren. Daher zählen Kryptowährungen bei Händlern heute auch zu den beliebtesten handelbaren Märkten. Die Darstellung in der Presse sowie die Nachrichtenlage sind allerdings nur zwei kursbeeinflussende Faktoren. Dazu kommen vor allem interne Punkte wie der Angebotsumfang, die Marktkapitalisierung, Integration in vorhandene Infrastrukturen sowie Schlüsselereignisse, die das Unternehmen oder Start-up betrafen.

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Wie fällt der Bitcoin-Ausblick aus?

Wer sich trotz der aktuellen Lage dennoch dafür entscheidet, mit oder ohne Hebel Kryptowährungen zu handeln, hat dafür vielleicht gerade jetzt die optimale Ausgangsposition. Nach der Schwächephase vom 13. bis 16. März kletterte der Bitcoin zurück auf über 7.000 US-Dollar. Auch wenn er aktuell wieder minimal unter diese Grenze fiel, bleibt es dabei, dass sich kurzfristige Anlagen durchaus lohnen können. Noch wichtiger ist allerdings eine Tatsache, die sich langfristig auf den Kurs auswirken sollte. Hierbei geht es vor allem um das Halving, mit dem die Belohnung für die Erstellung eines Blocks auf der Blockchain halbiert wird.

Infolgedessen rechnen Investoren sowie Experten damit, dass der Bitcoin-Kurs ansteigen wird. Durch die Festlegung der maximalen Bitcoin-Menge von 21 Millionen Coins sinkt die Inflationsrate durch das Halving, das für den 2. Mai erwartet wird. Lag sie vorher noch bei 3,6 Prozent, so wird sie in Zukunft zwischen 1,6 und 1,8 Prozent liegen. Durch das geringere Angebot an Bitcoins ist bei gleichbleibendem oder sogar steigenden Interesse in Corona-Zeiten die logische Folge, dass der Wert pro Coin ansteigen wird. Damit ergeben sich entsprechend spannende Möglichkeiten für Investoren, nicht nur durch die Entspannung einer globalen Pandemie, sondern ebenfalls einen internen Vorgang, zu profitieren.

 

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